Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Die deutsche Gesellschaft wird immer älter. Mittlerweile ist dieses auch kein Geheimnis mehr. Technische, medizinische und rehabilitative Fortschritte ermöglichen der Bevölkerung ein abwechslungsreiches und innovatives Leben auf einem hohen kognitiven Leistungsniveau zu führen.

Eine neue Studie der Humboldt Universität und des Max-Plancks-Institut besagt, dass die Deutschen nicht nur immer älter werden, sondern dass auch ihre geistige Leistungsfähigkeit im Alter länger erhalten bleibt als noch vor 20 Jahren. Der Grund dafür ist die Anpassung an die gestiegenen Anforderungen des täglichen Lebens.

Lautet das Fazit demnach – Solange man an dem täglichen interaktiven Geschehen teilnimmt, bleibt man leistungsfähig? Wie entwickelt sich die Kognition nach dem Renteneintrittsalter? Was passiert wenn der Trubel aus der Außenwelt nicht mehr der zentrale Fokus wird und es im Alltag ruhiger zugeht?

Mit der Abnahme der täglichen Reize, der täglichen Aufgaben und Herausforderungen verändert sich tatsächlich das Leistungsniveau. Das Gehirn passt sich dem Geschehen an.

Die Verknüpfung der Synapsen erfolgt weiterhin, keine Frage, jedoch erfolgt die Reizweiterleitung im entsprechend langsameren Tempo und passt sich der Situation an.

Kann man dem entgegenwirken?

Diese Frage beschäftigt auch die Bewohner im Hegen. Unsere beiden Therapeuten Melanie Schurr (Ergotherapie) und Danny Zimmermann (Physiotherapie) berichten im nachfolgernd, wie es möglich ist die Selbstständigkeit so lange es geht zu erhalten, um sich in der Umwelt adäquat anzupassen.

Der motorische Bereich umfasst die Beweglichkeit, die Kraft, das Gleichgewicht und die Wahrnehmung. Es ist physiologisch normal, dass mit dem zunehmen Alter auch die Fähigkeiten nachlassen. Das heißt jedoch nicht, dass diesem nicht entgegengewirkt werden kann. Ganz im Gegenteil. Vermeiden Sie es den ganzen Tag nur in der Wohnung / im Zimmer zu bleiben. Bleiben Sie in Bewegung. Gehen Sie spazieren. Im Hegen haben wir hierzu eine ganze Bandbreite an körperorientierten Angeboten, wie begleitende Spaziergänge, die Sitz- und Hockergymnastik, Sturzprävention und viele andere Maßnahmen, um die aktive Beweglichkeit zu fördern.

Wählen Sie ab und zu die Treppe, anstatt gleich zum Fahrstuhl zu greifen. Als kleine Herausforderung, wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt – einfach mal nicht sitzen, sondern stehen bleiben, sofern keine akute Sturzgefahr besteht. Hierbei wird ungemein das Gleichgewichtssystem geschult, in dem jeder Muskel im Körper damit beschäftigt ist, den Körper aufrecht zu halten.

Der kognitive Bereich umfasst unser Problemlöseverhalten in den Alltagssituationen. Es ist wichtig das Gehirn mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren. Die jedem bekannten Kreuzworträtsel, können problemlos gelöst werden. Das jedoch fordert unser Gehirn nicht mehr. Machen Sie neue Rätselformen, welche Sie vorher gemieden haben, fordern Sie somit ihre Leistungsfähigkeit.

Wieso nicht mit einem neuen und unbekannten Medium wie Smartphone oder Computer anfangen? Besser noch eine neue Sprache lernen und Volkshochschulkurse belegen? Viele ältere Menschen gehen mit der Zeit und belegen einen Computerkurs, das Beste was man dem Gehirn anbieten kann, ist neue Reize und somit eine neue Bildung von Verknüpfungen schaffen.

Wie sieht es mit den Zeitungsartikeln aus? Lesen Sie aktuelle Nachrichten und setzen Sie sich auch aktiv in Diskussionen mit anderen Menschen damit auseinander. Allein dadurch erhält das Gehirn neue Reize und sucht nach ungewohnten Erfahrungen.

Diese können ganz banal sein, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang mal einen ganz anderen Weg einschlagen.

 

Wenn das Hunger- und Durstgefühl sich verändern

Wenn das Hunger- und Durstgefühl sich verändern

Wenn ein Baby Hunger hat und sich nicht artikulieren kann, fängt es an zu schreien.

Wenn ein Jugendlicher den Appetit verspürt, kauft er sich etwas (meist ungesundes) an der nächsten Imbissecke.

Ein Erwachsener hingegen geht zum Kühlschank und bereitet aus frischen Zutaten eine ausgewogene Mahlzeit vor.

Hunger, ist eins der Grundbedürfnisse der Menschen. Die Ernährung versorgt den Körper jeden Tag mit lebenswichtigen Substanzen, liefert Energie und hält im Idealfall gesund und aktiv.

Richtige Nahrung versorgt den Körper mit allen Nährstoffen in der nötigen Menge, die der Körper braucht, um abgebaute und ausgeschiedene Stoffe auszugleichen.

Was und wie viel gegessen wird, hängt stark von der Wahrnehmung und Emotionen ab.
Wie etwas schmeckt (z.B. sauer, süß, bitter) nimmt der Mensch über die Geschmackspapillen der Zunge wahr.

Nicht nur die Zunge spielt eine Rolle bei der Mahlzeitenaufnahme, sondern auch der Geruchssinn. In der Nase befinden sich Millionen von Riechzellen, die über den Riechnerv mit dem Gehirn verbunden sind. Über einen Teil der Nervenfasern besteht außerdem eine Verbindung mit dem sogenannten limbischen System (Teil des Gehirns, der für emotionale Reaktionen zuständig ist). Dadurch können Geruchsempfindungen zu angenehmen und unangenehmen emotionalen Reaktionen führen (z.B. Übelkeit bei unangenehmen Geschmacksempfindungen).

Auch die Optik beeinflusst das Essverhalten. Das was für das Auge attraktiver erscheint, wird auch mit einem größeren Appetit verzehrt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir ernähren uns, weil unser Körper Energie benötigt (zum Wachsen, Denken, Handeln und Bewegen).

Auch ist es uns bewusst, dass der Körper zu einem großen Teil aus Wasser besteht. Der menschliche Stoffwechsel funktioniert nur, wenn dem Körper ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Durch Schwitzen, Atmen sowie durch die Ausscheidungen gehen unter normalen Umständen im Lauf eines Tages etwa 1-2 Liter Wasser verloren. Dieser Verlust muss über Getränke wieder ausgeglichen werden, denn schon auf kleinste Abweichungen im Wasserhaushalt reagiert der Körper mit erheblichen Veränderungen.

So viel erst einmal zum Basiswissen…

Es kann jedoch aber auch sein, dass der Geschmacksinn im Alter nachlässt. Die Degeneration der Geschmacksnerven führt dazu, dass das Essen tatsächlich nicht mehr schmeckt.

Betroffene ohne kognitive Defizite beginnen mit der Kompensation an und passen die Mahlzeiten der Geschmacksnerven an (es wird z.B. mehr Salz in das Essen gestreut, süße Speisen werden bevorzugt…)

Ein Betroffener mit neurologischen Defiziten ist selbstständig nicht in der Lage zu kompensieren und anzupassen. Hinzu kommen noch weitere Defizite, wie

-Speisen werden als solche nicht erkannt
-Handlungsabläufe sind eingeschränkt, Umgang mit Besteck ist nicht mehr möglich
-innere Unruhe, die nicht zulässt, sich auf die Mahlzeiten zu konzentrieren

und weitere…

Wie gestaltet sich also die Ernährung bei Demenzkranken im Seniorensitz am Hegen?

„Bei einer Neuaufnahme wird in der Regel als erstes das Gewicht ermittelt. Besteht ein Gefährdungspotenzial, so erfolgt eine enge Kommunikation mit dem zuständigen Arzt, die Evaluation der Ergebnisse geschieht im 14-tätigen Rhythmus. Ist dies nicht der Fall, so findet die Kontrolle alle vier Wochen statt“, betont die Pflegedienstleiterin Meike Wagner.

„Die Erstellung des Mahlzeitenplans erfolgt dann direkt im Anschluss. Hierbei wird Rücksicht auf die biografische Anamnese genommen, Vorlieben und Abneigungen werden mit protokolliert. Ist der Bewohner nicht in der Lage verbal seine Wünsche zu artikulieren, so wird der Kontakt zu den Angehörigen aufgenommen, ggf. kann die Mahlzeitenplanung auch durch die Beobachtung erfasst werden.

Nach jahrelanger Erfahrung lässt sich feststellen, dass die Maßnahme, das Gewicht zu stabilisieren, zwischen 6-8 Wochen dauert.

Lässt sich die Stabilisierung des Gewichts nach diesem Intervall nicht feststellen, werden die Maßnahmen neu formuliert. In dem Fall werden der zuständige Arzt, der Küchenbereich und die Angehörigen hinzugezogen. Engmaschig wird dann kontrolliert, evaluiert und gelenkt, bis das Gewicht stabil und für den Bewohner akzeptabel ist“, erzählt die langjährige Pflegedienstleitung.

Nach der Ermittlung der zuvor genannten Daten wird geplant.

Hierfür sind Rahmenbedingungen (wie reizarme Umgebung, gute Lichtverhältnisse, Raumtemperatur) und Maßnahmen notwendig.

Folglich werden beispielhafte Maßnahmen näher geschildert.

Die demenzkranken Bewohner bevorzugen bekannte Gerichte aus der deutschen Küche. So wird auch im Hegen darauf geachtet, dass mehrere Gerichte (Herzhaft, Süß und vegetarisch) zur Auswahl stehen.

Des Weiteren wird der Umgang mit Kontrasten beobachtet. Deutliche Kontraste zwischen Tischdecke/Tischläufer, Teller und Speisen sind an dieser Stelle sehr wichtig. Einfarbige Gestaltung wird schlecht gesehen, falsch interpretiert und somit ist das Ergebnis ausreichender Mahlzeitenaufnahme fehlgeschlagen (z.B. weiße Suppe in einer weißen Tasse auf dem weißen Tischläufer)

Der Mahlzeitentisch wird übersichtlich eingedeckt. Dieser soll das Gefühl wie aus der Häuslichkeit vermitteln. Reichlich gedeckter Tisch, vermittelt dem Bewohner den Eindruck ein Teil der Gesellschaft zu sein. Gemeinsam zu Essen bringt noch weitere Ziele mit sich, soziale Kontakte können geknüpft werden. Sollten Handlungsabläufe nicht mehr wie früher funktionieren, kann sich der Demenzkranke diese beim Essen abgucken und nachmachen.

Das Temperaturempfinden lässt bei einem demenzkranken Bewohner ebenfalls nach, daher wird darauf geachtet, dass das Essen und die Getränke nicht zu heiß serviert werden.

Ist die Krankheit schon im weit fortgeschrittenen Stadium und mit einer Handlungsstörung verbunden, macht es durchaus Sinn, dem Bewohner mit den Fingern essen zu lassen. Das sogenannte „Fingerfood“ kann z.B. aus geschnittenen Fleischstücken, Gemüse-Stücken und Kroketten bestehen.

Ein ganz wichtiger Punkt muss an dieser Stelle noch erwähnt werden. Während viele Geschmackssinne nachlassen, bleibt das Empfinden „Süßes“ wahrzunehmen bis zum Schluss.

Die demenzkranken Bewohner bevorzugen im fortgeschrittenen Stadium süße Getränke (z.B. Säfte, Kakao) und süße Speisen (z.B. Kaiserschmarrn, Vanillepudding, Joghurt).

Wie in vielen Moin-Moin Ausgaben wird explizit darauf hingewiesen, dass jede demenzielle Erkrankung individuell und herausfordernd ist.

Die hier beschriebenen Maßnahmen sind kein „Patent-Rezept“ sondern nur eine Möglichkeit.

Am Hegen Berücksichtigen wir alle Individualitäten und gestalten die Mahlzeiten ausrichtend speziell auf die Biografische Anamnese und Präferenzen unserer Bewohner.

Zukunftssichere Gestaltung der sozialen Branche

In der aktuellen Ausgabe des Moin-Moin Magazins wird die „Hegen Vision“ über die zukunftssichere Gestaltung in der Pflege näher dargestellt. Dass das ganze Vorhaben eine große Herausforderung an eine Organisation bringt und der Weg mit kleinen Schritten gegangen werden muss, ist bekannt.

Hier stellt sich jetzt allerdings bereits die nächste Baustelle an und zwar die Frage nach der praktischen Umsetzung, unter der Berücksichtigung des demografischen Wandels und des in den Medien verbundenen negativen Image der sozialen Branche.

Die höhere Lebenserwartung der Senioren stellt auf dem Markt auch eine höhere Nachfrage nach professionellen Fachkräften. Wenn sich aber laut den Statistiken ein deutlicher Fachkräftemangel zu beobachten lässt und die negativen Klischees immer noch Überhang nehmen, ist es für den Arbeitgeber eine sehr große Herausforderung, adäquate Arbeitsbedingungen zu schaffen

Die Zeit etwas dagegen zu unternehmen ist gekommen. Der Seniorensitz am Hegen trägt aktiv dazu bei, die Attraktivität der sozialen Branche zu steigern.

Hierzu hat sich der Hegen ein ganz neues und besonderes Projekt ausgedacht. In Kooperation mit der Döpfer Akademie wurde eine klare Aufgabenstellung definiert: Den Auszubildenden von heute erste Eindrücke in den geriatrischen Alltag zu ermöglichen und die damit verbundenen Unsicherheiten (primär fokussiert auf die negativen Schlagzeilen) zu beseitigen.

Das Projekt bekam den Namen „Osteraktion“ und ganze 19 Auszubildenden wurden hierzu eingeladen.

Die Schüler bekamen an zwei Tagen die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Diese wurden in sechs kleine Gruppen, auf vier verschiedene Bereiche eingeteilt. Die Vielfältigkeit des Alltags, die Komplexität der Aufgabenstellungen und die Individualität der Herangehensweisen, sollten gezielt beobachtet werden.

„Ich identifiziere mich mit dem Haus und finde es einfach sehr schade und unfair, dass das Schubladendenken immer noch so aktuell ist. Dieses ist bei uns definitiv nicht der Fall. Und genau diese Denkweise wollte ich den Schülern vermitteln.

Die Mitarbeiter im Hegen, ganz gleich aus welchem Bereich sie kommen, legen viel Wert auf das soziale Miteinander. Sie legen auch viel Wert auf die Qualität der individuellen Herangehensweise bei jedem hier lebenden Bewohner“, berichtet die Projektleiterin Svetlana Miller.

Die Betrachtungsweise der Auszubildenden ist uns wichtig, denn der Hegen zeichnet sich nicht durch starre Standards aus, sondern entwickelt sich tagtäglich immer weiter und neue Anreize sind immer vom Vorteil.

Wie das Projekt bei den Auszubildenden anschließend ankam, sehen Sie, in den folgenden Zitaten:

„Vielen Dank, dass wir zwei Tage bei Ihnen verbringen durften. Es hat mich wieder ein Schritt mehr bestätigt, dass ich Ergotherapeutin werden möchte und vor allem dass ich auch mit der älteren Generation arbeiten möchte. Sie sollten diese Projekttage für die Zukunft beibehalten. Es waren alle sehr freundlich. Danke“

„Auf jeden Fall ein sinnvolles Projekt mit einem Zukunftsaspekt. Danke für die Möglichkeit“

„Die Erfahrung war sinnvoll, da viele zu Unrecht Angst haben. Da konnte man sich ein eigenes Bild machen“

„Toller Einblick in ein Pflegeheim. Empfehlenswert für zukünftige Klassen. Freundlicher Umgang miteinander“

Informationsabend Demenz

Informationsabend Demenz

Anhand welcher Faktoren wird die Lebensqualität gemessen? An der gewonnenen Weisheit der gesammelten Jahre? An dem entstandenem Charakter und der Fähigkeit die eigene Meinung durchzusetzen?

Lebensqualität ist eine subjektive Wahrnehmung und wird bei jedem von uns unterschiedlich definiert und interpretiert.

Lebensqualität besteht aus einer Vielzahl diverser Faktoren, die unterschiedlich priorisiert werden. Darunter fallen Begrifflichkeiten wie das Wohlbefinden, die Selbstbestimmung, die Fähigkeit zur Artikulation, die Selbstständigkeit und nicht zuletzt die Fähigkeit eine bestimmte Rolle im Leben zu spielen.

Gesunder Menschenverstand und unser Bauchgefühl leiten uns lenken uns im Laufe des Lebens. Wir sind in der Lage das Leben aufzubauen, wir sind in der Lage Gefahren einzuschätzen und diese rechtzeitig zu beseitigen, wir sind in der Lage Beziehungen aufzubauen und Gefühle zu entwickeln. Alles hat seine Richtigkeit, das Leben verläuft nach unserer Vorstellung.

Jetzt möchte ich Sie bitten liebe Leser und Leserinnen, sich vorzustellen, wie wäre es wenn sich das Blatt wendet? Ab einem gewissen Zeitpunkt gelingt es Ihnen nicht mehr ihre Wünsche in Worte zu fassen, es gelingt Ihnen nicht mehr sich zwischen richtig und falsch zu entscheiden, es wird zur Unmöglichkeit den Alltag selbstständig zu strukturieren und zu bewältigen…

Wie würde es Ihnen gehen? Wären Sie frustriert und distanziert zur Umwelt? Würden Sie sich wohl fühlen auch wenn Sie der Meinung sind keiner versteht Sie? Anschließend stellen Sie sich die Frage nach der Lebensqualität erneut und was müsste man dafür tun um diese wieder herzustellen?

Es ist leider tatsächlich so. Durch den demografischen Wandel, steigt die Anzahl stetig älter werdender Menschen. Die Medizin forscht auf dem besten und höchsten Niveau, man schätzt die Lebenserwartung von einem in diesem Jahr geborenen Kindes auf über 100 Jahre.

Die Perspektive zeigt aber auch, dass die Zahl der Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050 sich verdoppeln wird.

Jede Form der Demenz ist individuell und verläuft anders. Die Verhaltensweisen sind mit den anderen nicht zu vergleichen. Die Prognose steht fest, sie ist degenerativ und irreversibel.

Wird Zeit, offen und kritisch sich mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen, die Krankheit zu verstehen um den Betroffenen helfen zu können.

Aus diesem Grund findet nun einmal im Quartal ein Informationsabend zum Thema Demenz statt.

Das Thema der letzten Veranstaltung beinhaltete die Grundkenntnisse und die wichtigsten Symptome. Welche Verhaltensweisen kommen in welchen Stadien vor und wie gestaltet sich der Umgang mit demenziell veränderten Senioren.

Nachfolgernd finden Sie liebe Leser und Leserinnen die Übersicht der Demenzformen und ihren Verlauf.

Möchten auch Sie mehr über das Krankheitsbild erfahren, freuen wir uns Sie am 18. Mai um 17.30 Uhr im Gartenstübchen begrüßen zu dürfen

Demenzformen:
Primäre Formen 85%
Degenerativ – Atrophie der Großhirnrinde, Ablagerung von pathologischem Eiweiß
( Alzheimer, Parkinson Demenzkomplex)
Vaskulär – durch Veränderung kleiner Gefäße, Infarkte. Jede zusätzliche Veränderung führt zu Verschlechterung der intellektuellen Fähigkeiten (Mikroangiopathien)
Mischformen – treten mit zunehmendem Alter häufig auf. Vaskulär + degenerativ

Sekundäre Demenzformen 15%
treten in Folge einer anderen Erkrankung (Stoffwechselstörungen, Vitamindefizite…)
Durch rechtzeitige Behandlung der eigentlichen Erkrankung können kognitive Defizite manchmal behoben werden. In diesem Fall reversible Demenz
(z.B. chronische Herzinsuffizienz, chronische Lungenerkrankungen, Abusus von Alkohol oder Medikamenten, Depression- keine wirkliche Demenz, sondern Pseudodemenz)

Symptome:

Frühstadium
Abnahme der Merkfähigkeit, kritischen Denkens, Urteilsvermögen, Aufmerksamkeitsstörungen, Orientierungsstörungen, der Betroffene merkt, dass „etwas nicht stimmt“
Soziale Aktivitäten sind deutlich beeinträchtigt, Selbstständigkeit im täglichen Leben wird noch wahrgenommen

Mittleres Stadium
Apathie, kaum Interesse an der Umwelt, eigene Person wird vernachlässigt, Veränderung im Hunger- Durstgefühl, stark eingeschränkte Sprachbildung, der Betroffene merkt dass „definitiv etwas nicht stimmt“ und entwickelt Stereotypen „Hallo, Hallo!!“ „Hilfe, kommen Sie her“, „Ich kann nicht mehr, Hilfe“
Gefahren werden nicht mehr erkannt.

Spätstadium
Einfache Verrichtungen des täglichen Lebens sind nicht mehr möglich.
Selbstständig essen, trinken, aufstehen nicht mehr möglich
Vermehrte emotionale Labilität – Angst, Verunsicherung, Aggressionen, Tränen
Sprachproduktion stark eingeschränkt, 1-2 Wortsätze möglich

MDK-Qualitätsprüfung Sehr gut

MDK-Qualitätsprüfung „Sehr gut“

Neben weiteren zahlreichen Institutionen, die eine vollstationäre Pflegeeinrichtung wie den Seniorensitz am Hegen unangemeldet aufsuchen und nach vorgegebenen Kriterien prüfen, gehört der Medizinische Dienst der Krankenkassen wohl zu den bekanntesten und auch zu den wichtigsten Prüforganen.

Ziel der unangemeldeten Qualitätsprüfung ist es, mit Hilfe von verbindlichen Richtlinien, die als Grundlage zur Erfassung der Qualität in Pflegeeinrichtungen dienen, gemeinsame und vergleichbare Kriterien aufzustellen. Das System soll die Qualität in stationären Pflegeeinrichtungen kontinuierlich steigern und für den Endverbraucher eine einfache Darstellung der Pflegequalität darstellen. Denn mit Hilfe eines Schulnotensystems wird dem Endverbraucher bei der Suche einer passenden Einrichtung ein Instrument zur Auswahl mit an die Hand gegeben.

In diesem Jahr fand die Prüfung früher als gewohnt statt. Kurz vor 09:00 Uhr betrat ein Prüferteam den Seniorensitz am Hegen. In einem kurzen Vorgespräch wurde dann die Vorgehensweise besprochen und per Zufallsprinzip wurden neun Bewohner aus den unterschiedlichsten Pflegegraden ausgewählt. Die zufällig ausgewählte Stichprobe von lediglich 6 % der gesamten Einrichtung diente nun als Grundlage der umfangreichen Prüfung, die sich über zwei Tage erstreckte.

Die Prüfung erfolgt anhand vorgefertigter Erhebungsbögen, die mehrere Bereiche prüfen. Es findet eine Auswertung der Dokumentation statt. Bei den sogenannten einrichtungsbezogenen Kriterien wird auf folgendes geachtet und geschaut:

Der Prüfer beobachtet Abläufe in der Einrichtung während der Prüfung und es werden Auskünfte und Informationen von Mitarbeitern und Bewohnern eingeholt. Bei den per Zufall ausgewählten Bewohnern wird dann im nächsten Schritt die personenbezogene Pflegequalität geprüft. Als Grundlage dient die Bewohnerakte, in der sämtliche geplante Maßnahmen schriftlich festgehalten sind. Dies bildet den Schwerpunkt der Prüfung. Hier ist insbesondere die Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen/Bewohner, die Pflegedokumentation und die Befragungen der Beschäftigten angemessen zu berücksichtigen.

Die Ergebnisse der Qualitätsprüfung werden in vier Bereichen aufgeschlüsselt und stellen das Gesamtergebnis dar. In dem ersten Bereich „Pflege und medizinische Versorgung“ werden 32 Kriterien geprüft. Neben der bewohnerorientierten individuellen Risikoeinschätzung (hier wird zum Beispiel ein Sturzrisiko ermittelt und mit Hilfe von entsprechenden Maßnahmen, die geplant werden, minimiert), ist der Umgang mit Medikamenten ein wichtiger Bestandteil. Es wird immer geprüft, ob die geplanten Maßnahmen auch die gewünschte Wirksamkeit erreichen. In diesem umfassenden Bereich hat der Seniorensitz eine Gesamtnote von 1,2 erhalten.

Die nächste Kategorie prüft den Umgang mit demenziell erkrankten Bewohnern. Der Seniorensitz berücksichtigt bei der individuellen Planung von Beschäftigungsangeboten die Biographie der Bewohner. Auch werden die Räumlichkeiten und das Speiseangebot entsprechend angeboten, sodass hier ein sehr gutes Ergebnis von 1,0 erreicht wurde.

Der Betreuung und Alltagsgestaltung der im Seniorensitz lebenden Bewohner wird auch ausreichend Rechnung getragen und die Bewohnerbefragung wurde ebenfalls mit einem sehr gut bewertet.

„Ich bedanke mich bei meinen Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz, denn nur die Arbeit jedes Einzelnen hat zu diesem tollen Ergebnis beigetragen!“

Thomas Fischer, Einrichtungsleiter

Pflegende Angehörige

Aus unserer Pflege: Demenz

Pflegende Angehörige: Überforderung kommt schneller als man denkt

Von klein auf kümmern sich unsere Eltern um uns. Sie bringen uns bei zu reden und zu laufen. Sie machen uns mit der Umwelt vertraut. Sie durchleben mit uns die Schulbesuche, die erste Liebe, die Familiengründung. Sie können nicht einschlafen, wenn die Kinder das erste Mal nachts unterwegs sind.

Für alles, was die Eltern für uns gemacht haben, sind wir unendlich dankbar. Wir versprechen uns, uns bis zum letzten Tag um sie zu kümmern und für sie zu sorgen.

Dass dies notwendig wird, bringt das Alter häufig mit sich: der nahestehende Mensch erkrankt. Verrichtungen des täglichen Lebens können nicht selbstständig durchgeführt werden wie das Führen des Haushalts, Körperpflege, Arzttermine, Überweisung der Miete… Unterstützung ist ab sofort notwendig.

Pflegende Kinder übernehmen oft selbstverständlich neben dem eigenen Vollzeitjob und der eigenen Familie nun auch die Pflege der Eltern. Dabei verändert sich nicht nur das Leben der pflegebedürftigen Person, sondern auch das Leben des betreuten Angehörigen wird auf den Kopf gestellt. Alles muss anders organisiert werden, für unabsehbare Zeit müssen viele Kompromisse eingegangen werden.

Es ist eine große Herausforderung, einen Angehörigen zu Hause zu pflegen und es ist ein Spagat zwischen dem Wunsch helfen zu wollen und der Sorge um den eigenen Lebensalltag. So selbstverständlich und erfüllend wie es sein kann, füreinander da zu sein, so schnell kann sich der Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist fließend und vollzieht sich meist unbemerkt.

Aus der emotionalen Verbundenheit und aus der Situation heraus, dass die Pflege häufig neben dem Beruf und dem eigenen Privatleben zu meistern ist, können sich vielfältige Schwierigkeiten ergeben. Tagtäglich und über einen langen Zeitraum können sowohl körperliche als auch seelische Belastungen die Überhand nehmen. Dabei werden die seelischen Anforderungen bei der Pflege eines Angehörigen häufig unterschätzt, wobei gerade diese den Pflegealltag enorm belasten.

Eine Weile geht das meistens gut, dann aber machen sich Anzeichen der Erschöpfung bemerkbar: Es können Müdigkeit, innere Unruhe, Schuldgefühle, Aggressionen, Angst und Schlafstörungen auftreten. Auch wenn pflegende Angehörige mit der Zeit selbst eine gewisse Routine und Professionalität entwickeln, bleiben die emotionalen Konflikte häufig bestehen.

Hilfe von außen anzunehmen, kann vor Überforderung schützen. Professionelle Pflege in einer Senioreneinrichtung ist eine gute Alternative. Deshalb empfiehlt es sich, den gesetzlichen Anspruch einer Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen und sich als Angehöriger einmal eine „Auszeit“ zu gönnen, damit körperliche und seelische Belastungen nicht zu einem Risiko werden.

Der Seniorensitz am Hegen in Hamburg-Rahlstedt bietet diese professionelle Hilfe an und hält auch Kurzzeitpflegeplätze vor.

„Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns auf der Erde bleibt. Doch die Zeit, die uns noch zur Verfügung steht, müssen wir mit unseren Lieben sorgenfrei genießen.“

Qualitätsmanagement: Der „Werdenfelser Weg“

Qualitätsmanagement:

Der „Werdenfelser Weg“

Freiheitsentziehende Maßnahmen müssen nicht sein! Studienergebnisse deuten darauf hin, dass freiheitseinschränkende Maßnahmen nicht geeignet sind, Stürze und Verletzungen bei Bewohnern zu verhindern. Sie haben jedoch durch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Bewohner eine Reihe negativer Konsequenzen und können, wenn auch selten, zu schweren Verletzungen wie Einklemmungen und Strangulationen führen.

Der Werdenfelser Weg ist ein verfahrensrechtlicher Ansatz im Rahmen des geltenden Betreuungsrechts, um die Anwendung von Fixierungen und freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) wie Bettgitter, festverschraubte Vorsatztische in Pflegeeinrichtungen zu reduzieren. Er setzt am gerichtlichen Genehmigungsverfahren nach § 1906 Abs. 4 BGB an, mit der gemeinsamen Zielsetzung, die Entscheidungsprozesse über die Notwendigkeit freiheitsentziehender Maßnahmen zu verbessern und Fixierungen auf ein unumgängliches Minimum zu reduzieren.

Der Werdenfelser Weg bemüht sich um eine Abkehr vom starren Sicherheitsdenken zu einem verantwortungsvollen Abwägen aller Aspekte. Er entfaltet seine Wirkung dadurch, dass er auf bewusste verantwortungsvolle Veränderung der Pflegekultur setzt und dabei Gerichte und Behörden auf die stationäre Pflege zugehen.

Das Wissen, dass sich das Betreuungsgericht und die Betreuungsbehörden jeweils zu dem gemeinsamen Ziel der weitgehenden Vermeidung von Fixierungen gemeinsam mit den Pflegenden ausdrücklich bekennen, führt zu einer Öffnung aller Professionen, zu einem Wissensaustausch und auch zu einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme in jedem Einzelfall.

Eine Vermeidung von Freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) erhöht die Lebensqualität der Bewohner. FEM sind überwiegend unnötig. Vier von fünf Demenzerkrankten sind Betroffene laut D. Bredthauer, Ärztezeitung 2005.

Im Seniorensitz am Hegen ist Frau Diana Schulz Ansprechpartnerin für den Bereich der Freiheitsentziehenden Maßnahmen. Sie übernimmt eine hausinterne Vorprüfung in Kenntnis der gesetzlichen Anforderungen und ist zuständig für die regelmäßige Motivation und Förderung der Mitarbeiter in unserer Einrichtung.

Gemeinsam mit unserem multi-professionel-len Team entscheidet Diana Schulz vor Ort, welche Möglichkeiten genutzt werden können, um eine freiheitsentziehende Maßnahme zu vermeiden. Hierbei werden gezielt auf unsere Bewohner individuell abgestimmte Alternativen zur Vermeidung heraus gesucht und erprobt zum Beispiel durch: den Einsatz von Niedrigbetten, das Angebot einer Bodenmatte vor dem Bett usw…

Zugleich werden Angehörige oder zuständige Betreuer mit in den Entscheidungsprozess eingebunden und von uns informiert und ggf. bei Antragstellung unterstützt und beraten.

Auch der behandelnde Arzt des Betroffenen spielt hierbei eine große Rolle, z.B. in Bezug auf die Ausstellung eines schriftlichen, ärztlichen Attests mit der Begründung zur Notwendigkeit einer freiheitsentziehenden Maßnahme (z.B.: Anbringen eines Bettgitters)

Das zuständige Amtsgericht lässt die Notwendigkeit von einem sogenannten Verfahrenspfleger überprüfen.

Kernpunkt des Werdenfelser Weges ist die Ausbildung von spezialisierten Verfahrenspflegern, welche auf dem Gebiet der freiheitsentziehenden Maßnahmen sowohl über rechtliche als auch über pflegerische Fachkenntnisse verfügen. Eingesetzt werden nicht vornehmlich wie bislang Rechtsanwälte, sondern Personen, die einen Pflegeberuf erlernt haben und über einschlägige Berufserfahrung verfügen. Der Verfahrenspfleger kommt in die Einrichtung zur Überprüfung, ob alle Vermeidungsstrategien zum Einsatz von freiheitsentziehenden Maßnahmen für den betroffenen Bewohner ausgeschöpft wurden. Eine freiheitsentziehende Maßnahme muss generell vom Richter schriftlich genehmigt werden.

Literatur: 2010 – 2013 leitlinie-fem.de