Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Die deutsche Gesellschaft wird immer älter. Mittlerweile ist dieses auch kein Geheimnis mehr. Technische, medizinische und rehabilitative Fortschritte ermöglichen der Bevölkerung ein abwechslungsreiches und innovatives Leben auf einem hohen kognitiven Leistungsniveau zu führen.

Eine neue Studie der Humboldt Universität und des Max-Plancks-Institut besagt, dass die Deutschen nicht nur immer älter werden, sondern dass auch ihre geistige Leistungsfähigkeit im Alter länger erhalten bleibt als noch vor 20 Jahren. Der Grund dafür ist die Anpassung an die gestiegenen Anforderungen des täglichen Lebens.

Lautet das Fazit demnach – Solange man an dem täglichen interaktiven Geschehen teilnimmt, bleibt man leistungsfähig? Wie entwickelt sich die Kognition nach dem Renteneintrittsalter? Was passiert wenn der Trubel aus der Außenwelt nicht mehr der zentrale Fokus wird und es im Alltag ruhiger zugeht?

Mit der Abnahme der täglichen Reize, der täglichen Aufgaben und Herausforderungen verändert sich tatsächlich das Leistungsniveau. Das Gehirn passt sich dem Geschehen an.

Die Verknüpfung der Synapsen erfolgt weiterhin, keine Frage, jedoch erfolgt die Reizweiterleitung im entsprechend langsameren Tempo und passt sich der Situation an.

Kann man dem entgegenwirken?

Diese Frage beschäftigt auch die Bewohner im Hegen. Unsere beiden Therapeuten Melanie Schurr (Ergotherapie) und Danny Zimmermann (Physiotherapie) berichten im nachfolgernd, wie es möglich ist die Selbstständigkeit so lange es geht zu erhalten, um sich in der Umwelt adäquat anzupassen.

Der motorische Bereich umfasst die Beweglichkeit, die Kraft, das Gleichgewicht und die Wahrnehmung. Es ist physiologisch normal, dass mit dem zunehmen Alter auch die Fähigkeiten nachlassen. Das heißt jedoch nicht, dass diesem nicht entgegengewirkt werden kann. Ganz im Gegenteil. Vermeiden Sie es den ganzen Tag nur in der Wohnung / im Zimmer zu bleiben. Bleiben Sie in Bewegung. Gehen Sie spazieren. Im Hegen haben wir hierzu eine ganze Bandbreite an körperorientierten Angeboten, wie begleitende Spaziergänge, die Sitz- und Hockergymnastik, Sturzprävention und viele andere Maßnahmen, um die aktive Beweglichkeit zu fördern.

Wählen Sie ab und zu die Treppe, anstatt gleich zum Fahrstuhl zu greifen. Als kleine Herausforderung, wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt – einfach mal nicht sitzen, sondern stehen bleiben, sofern keine akute Sturzgefahr besteht. Hierbei wird ungemein das Gleichgewichtssystem geschult, in dem jeder Muskel im Körper damit beschäftigt ist, den Körper aufrecht zu halten.

Der kognitive Bereich umfasst unser Problemlöseverhalten in den Alltagssituationen. Es ist wichtig das Gehirn mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren. Die jedem bekannten Kreuzworträtsel, können problemlos gelöst werden. Das jedoch fordert unser Gehirn nicht mehr. Machen Sie neue Rätselformen, welche Sie vorher gemieden haben, fordern Sie somit ihre Leistungsfähigkeit.

Wieso nicht mit einem neuen und unbekannten Medium wie Smartphone oder Computer anfangen? Besser noch eine neue Sprache lernen und Volkshochschulkurse belegen? Viele ältere Menschen gehen mit der Zeit und belegen einen Computerkurs, das Beste was man dem Gehirn anbieten kann, ist neue Reize und somit eine neue Bildung von Verknüpfungen schaffen.

Wie sieht es mit den Zeitungsartikeln aus? Lesen Sie aktuelle Nachrichten und setzen Sie sich auch aktiv in Diskussionen mit anderen Menschen damit auseinander. Allein dadurch erhält das Gehirn neue Reize und sucht nach ungewohnten Erfahrungen.

Diese können ganz banal sein, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang mal einen ganz anderen Weg einschlagen.

 

Wenn das Hunger- und Durstgefühl sich verändern

Wenn das Hunger- und Durstgefühl sich verändern

Wenn ein Baby Hunger hat und sich nicht artikulieren kann, fängt es an zu schreien.

Wenn ein Jugendlicher den Appetit verspürt, kauft er sich etwas (meist ungesundes) an der nächsten Imbissecke.

Ein Erwachsener hingegen geht zum Kühlschank und bereitet aus frischen Zutaten eine ausgewogene Mahlzeit vor.

Hunger, ist eins der Grundbedürfnisse der Menschen. Die Ernährung versorgt den Körper jeden Tag mit lebenswichtigen Substanzen, liefert Energie und hält im Idealfall gesund und aktiv.

Richtige Nahrung versorgt den Körper mit allen Nährstoffen in der nötigen Menge, die der Körper braucht, um abgebaute und ausgeschiedene Stoffe auszugleichen.

Was und wie viel gegessen wird, hängt stark von der Wahrnehmung und Emotionen ab.
Wie etwas schmeckt (z.B. sauer, süß, bitter) nimmt der Mensch über die Geschmackspapillen der Zunge wahr.

Nicht nur die Zunge spielt eine Rolle bei der Mahlzeitenaufnahme, sondern auch der Geruchssinn. In der Nase befinden sich Millionen von Riechzellen, die über den Riechnerv mit dem Gehirn verbunden sind. Über einen Teil der Nervenfasern besteht außerdem eine Verbindung mit dem sogenannten limbischen System (Teil des Gehirns, der für emotionale Reaktionen zuständig ist). Dadurch können Geruchsempfindungen zu angenehmen und unangenehmen emotionalen Reaktionen führen (z.B. Übelkeit bei unangenehmen Geschmacksempfindungen).

Auch die Optik beeinflusst das Essverhalten. Das was für das Auge attraktiver erscheint, wird auch mit einem größeren Appetit verzehrt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir ernähren uns, weil unser Körper Energie benötigt (zum Wachsen, Denken, Handeln und Bewegen).

Auch ist es uns bewusst, dass der Körper zu einem großen Teil aus Wasser besteht. Der menschliche Stoffwechsel funktioniert nur, wenn dem Körper ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Durch Schwitzen, Atmen sowie durch die Ausscheidungen gehen unter normalen Umständen im Lauf eines Tages etwa 1-2 Liter Wasser verloren. Dieser Verlust muss über Getränke wieder ausgeglichen werden, denn schon auf kleinste Abweichungen im Wasserhaushalt reagiert der Körper mit erheblichen Veränderungen.

So viel erst einmal zum Basiswissen…

Es kann jedoch aber auch sein, dass der Geschmacksinn im Alter nachlässt. Die Degeneration der Geschmacksnerven führt dazu, dass das Essen tatsächlich nicht mehr schmeckt.

Betroffene ohne kognitive Defizite beginnen mit der Kompensation an und passen die Mahlzeiten der Geschmacksnerven an (es wird z.B. mehr Salz in das Essen gestreut, süße Speisen werden bevorzugt…)

Ein Betroffener mit neurologischen Defiziten ist selbstständig nicht in der Lage zu kompensieren und anzupassen. Hinzu kommen noch weitere Defizite, wie

-Speisen werden als solche nicht erkannt
-Handlungsabläufe sind eingeschränkt, Umgang mit Besteck ist nicht mehr möglich
-innere Unruhe, die nicht zulässt, sich auf die Mahlzeiten zu konzentrieren

und weitere…

Wie gestaltet sich also die Ernährung bei Demenzkranken im Seniorensitz am Hegen?

„Bei einer Neuaufnahme wird in der Regel als erstes das Gewicht ermittelt. Besteht ein Gefährdungspotenzial, so erfolgt eine enge Kommunikation mit dem zuständigen Arzt, die Evaluation der Ergebnisse geschieht im 14-tätigen Rhythmus. Ist dies nicht der Fall, so findet die Kontrolle alle vier Wochen statt“, betont die Pflegedienstleiterin Meike Wagner.

„Die Erstellung des Mahlzeitenplans erfolgt dann direkt im Anschluss. Hierbei wird Rücksicht auf die biografische Anamnese genommen, Vorlieben und Abneigungen werden mit protokolliert. Ist der Bewohner nicht in der Lage verbal seine Wünsche zu artikulieren, so wird der Kontakt zu den Angehörigen aufgenommen, ggf. kann die Mahlzeitenplanung auch durch die Beobachtung erfasst werden.

Nach jahrelanger Erfahrung lässt sich feststellen, dass die Maßnahme, das Gewicht zu stabilisieren, zwischen 6-8 Wochen dauert.

Lässt sich die Stabilisierung des Gewichts nach diesem Intervall nicht feststellen, werden die Maßnahmen neu formuliert. In dem Fall werden der zuständige Arzt, der Küchenbereich und die Angehörigen hinzugezogen. Engmaschig wird dann kontrolliert, evaluiert und gelenkt, bis das Gewicht stabil und für den Bewohner akzeptabel ist“, erzählt die langjährige Pflegedienstleitung.

Nach der Ermittlung der zuvor genannten Daten wird geplant.

Hierfür sind Rahmenbedingungen (wie reizarme Umgebung, gute Lichtverhältnisse, Raumtemperatur) und Maßnahmen notwendig.

Folglich werden beispielhafte Maßnahmen näher geschildert.

Die demenzkranken Bewohner bevorzugen bekannte Gerichte aus der deutschen Küche. So wird auch im Hegen darauf geachtet, dass mehrere Gerichte (Herzhaft, Süß und vegetarisch) zur Auswahl stehen.

Des Weiteren wird der Umgang mit Kontrasten beobachtet. Deutliche Kontraste zwischen Tischdecke/Tischläufer, Teller und Speisen sind an dieser Stelle sehr wichtig. Einfarbige Gestaltung wird schlecht gesehen, falsch interpretiert und somit ist das Ergebnis ausreichender Mahlzeitenaufnahme fehlgeschlagen (z.B. weiße Suppe in einer weißen Tasse auf dem weißen Tischläufer)

Der Mahlzeitentisch wird übersichtlich eingedeckt. Dieser soll das Gefühl wie aus der Häuslichkeit vermitteln. Reichlich gedeckter Tisch, vermittelt dem Bewohner den Eindruck ein Teil der Gesellschaft zu sein. Gemeinsam zu Essen bringt noch weitere Ziele mit sich, soziale Kontakte können geknüpft werden. Sollten Handlungsabläufe nicht mehr wie früher funktionieren, kann sich der Demenzkranke diese beim Essen abgucken und nachmachen.

Das Temperaturempfinden lässt bei einem demenzkranken Bewohner ebenfalls nach, daher wird darauf geachtet, dass das Essen und die Getränke nicht zu heiß serviert werden.

Ist die Krankheit schon im weit fortgeschrittenen Stadium und mit einer Handlungsstörung verbunden, macht es durchaus Sinn, dem Bewohner mit den Fingern essen zu lassen. Das sogenannte „Fingerfood“ kann z.B. aus geschnittenen Fleischstücken, Gemüse-Stücken und Kroketten bestehen.

Ein ganz wichtiger Punkt muss an dieser Stelle noch erwähnt werden. Während viele Geschmackssinne nachlassen, bleibt das Empfinden „Süßes“ wahrzunehmen bis zum Schluss.

Die demenzkranken Bewohner bevorzugen im fortgeschrittenen Stadium süße Getränke (z.B. Säfte, Kakao) und süße Speisen (z.B. Kaiserschmarrn, Vanillepudding, Joghurt).

Wie in vielen Moin-Moin Ausgaben wird explizit darauf hingewiesen, dass jede demenzielle Erkrankung individuell und herausfordernd ist.

Die hier beschriebenen Maßnahmen sind kein „Patent-Rezept“ sondern nur eine Möglichkeit.

Am Hegen Berücksichtigen wir alle Individualitäten und gestalten die Mahlzeiten ausrichtend speziell auf die Biografische Anamnese und Präferenzen unserer Bewohner.

Informationsabend Demenz

Informationsabend Demenz

Anhand welcher Faktoren wird die Lebensqualität gemessen? An der gewonnenen Weisheit der gesammelten Jahre? An dem entstandenem Charakter und der Fähigkeit die eigene Meinung durchzusetzen?

Lebensqualität ist eine subjektive Wahrnehmung und wird bei jedem von uns unterschiedlich definiert und interpretiert.

Lebensqualität besteht aus einer Vielzahl diverser Faktoren, die unterschiedlich priorisiert werden. Darunter fallen Begrifflichkeiten wie das Wohlbefinden, die Selbstbestimmung, die Fähigkeit zur Artikulation, die Selbstständigkeit und nicht zuletzt die Fähigkeit eine bestimmte Rolle im Leben zu spielen.

Gesunder Menschenverstand und unser Bauchgefühl leiten uns lenken uns im Laufe des Lebens. Wir sind in der Lage das Leben aufzubauen, wir sind in der Lage Gefahren einzuschätzen und diese rechtzeitig zu beseitigen, wir sind in der Lage Beziehungen aufzubauen und Gefühle zu entwickeln. Alles hat seine Richtigkeit, das Leben verläuft nach unserer Vorstellung.

Jetzt möchte ich Sie bitten liebe Leser und Leserinnen, sich vorzustellen, wie wäre es wenn sich das Blatt wendet? Ab einem gewissen Zeitpunkt gelingt es Ihnen nicht mehr ihre Wünsche in Worte zu fassen, es gelingt Ihnen nicht mehr sich zwischen richtig und falsch zu entscheiden, es wird zur Unmöglichkeit den Alltag selbstständig zu strukturieren und zu bewältigen…

Wie würde es Ihnen gehen? Wären Sie frustriert und distanziert zur Umwelt? Würden Sie sich wohl fühlen auch wenn Sie der Meinung sind keiner versteht Sie? Anschließend stellen Sie sich die Frage nach der Lebensqualität erneut und was müsste man dafür tun um diese wieder herzustellen?

Es ist leider tatsächlich so. Durch den demografischen Wandel, steigt die Anzahl stetig älter werdender Menschen. Die Medizin forscht auf dem besten und höchsten Niveau, man schätzt die Lebenserwartung von einem in diesem Jahr geborenen Kindes auf über 100 Jahre.

Die Perspektive zeigt aber auch, dass die Zahl der Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050 sich verdoppeln wird.

Jede Form der Demenz ist individuell und verläuft anders. Die Verhaltensweisen sind mit den anderen nicht zu vergleichen. Die Prognose steht fest, sie ist degenerativ und irreversibel.

Wird Zeit, offen und kritisch sich mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen, die Krankheit zu verstehen um den Betroffenen helfen zu können.

Aus diesem Grund findet nun einmal im Quartal ein Informationsabend zum Thema Demenz statt.

Das Thema der letzten Veranstaltung beinhaltete die Grundkenntnisse und die wichtigsten Symptome. Welche Verhaltensweisen kommen in welchen Stadien vor und wie gestaltet sich der Umgang mit demenziell veränderten Senioren.

Nachfolgernd finden Sie liebe Leser und Leserinnen die Übersicht der Demenzformen und ihren Verlauf.

Möchten auch Sie mehr über das Krankheitsbild erfahren, freuen wir uns Sie am 18. Mai um 17.30 Uhr im Gartenstübchen begrüßen zu dürfen

Demenzformen:
Primäre Formen 85%
Degenerativ – Atrophie der Großhirnrinde, Ablagerung von pathologischem Eiweiß
( Alzheimer, Parkinson Demenzkomplex)
Vaskulär – durch Veränderung kleiner Gefäße, Infarkte. Jede zusätzliche Veränderung führt zu Verschlechterung der intellektuellen Fähigkeiten (Mikroangiopathien)
Mischformen – treten mit zunehmendem Alter häufig auf. Vaskulär + degenerativ

Sekundäre Demenzformen 15%
treten in Folge einer anderen Erkrankung (Stoffwechselstörungen, Vitamindefizite…)
Durch rechtzeitige Behandlung der eigentlichen Erkrankung können kognitive Defizite manchmal behoben werden. In diesem Fall reversible Demenz
(z.B. chronische Herzinsuffizienz, chronische Lungenerkrankungen, Abusus von Alkohol oder Medikamenten, Depression- keine wirkliche Demenz, sondern Pseudodemenz)

Symptome:

Frühstadium
Abnahme der Merkfähigkeit, kritischen Denkens, Urteilsvermögen, Aufmerksamkeitsstörungen, Orientierungsstörungen, der Betroffene merkt, dass „etwas nicht stimmt“
Soziale Aktivitäten sind deutlich beeinträchtigt, Selbstständigkeit im täglichen Leben wird noch wahrgenommen

Mittleres Stadium
Apathie, kaum Interesse an der Umwelt, eigene Person wird vernachlässigt, Veränderung im Hunger- Durstgefühl, stark eingeschränkte Sprachbildung, der Betroffene merkt dass „definitiv etwas nicht stimmt“ und entwickelt Stereotypen „Hallo, Hallo!!“ „Hilfe, kommen Sie her“, „Ich kann nicht mehr, Hilfe“
Gefahren werden nicht mehr erkannt.

Spätstadium
Einfache Verrichtungen des täglichen Lebens sind nicht mehr möglich.
Selbstständig essen, trinken, aufstehen nicht mehr möglich
Vermehrte emotionale Labilität – Angst, Verunsicherung, Aggressionen, Tränen
Sprachproduktion stark eingeschränkt, 1-2 Wortsätze möglich

Ratgeber

Einzug in die Einrichtung: Soziale Integration schnell und sicher ermöglichen

Von Geburt an sind wir alle individuell. Im Laufe des Lebens entwickelt jeder seinen eigenen Charakter. Vorlieben und Abneigungen treten zum Vorschein.  Die Umwelt und auch das Umfeld prägt unsere Persönlichkeit. Demnach gestalten wir auch unseren Alltag. Persönliche und berufliche Ziele werden gesetzt, wir wissen was wir wollen und was uns gut tut.

Leider kann es möglich sein, dass man im Leben an einen bestimmten Punkt kommt, wo man aufgrund einer Erkrankung den Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen kann.

Im Alter zieht man es in Erwägung in eine Senioreneinrichtung zu ziehen. Und genau an diesem Punkt fangen die Fragen an!

Werde ich mich da wie zu Hause fühlen? Was mache ich den lieben langen Tag? Wer kümmert sich um mich, wenn ich nicht weiter weiß. Wen kann ich fragen, wenn ich Wünsche oder Kritik habe? Der Seniorensitz am Hegen hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, die Lebensqualität und die Selbstständigkeit der  im Haus lebender Senioren, größtmöglich zu fördern und zu erhalten.

Uns ist es wichtig, dass sich die Senioren bei uns wohl fühlen und ihren gewohnten Ablauf, wie dieser vor Einzug in die Einrichtung war, weiter strukturieren können.

Wie genau die soziale Integration im Hegen aussieht, möchten wir Ihnen folgernd näher beschreiben. Am Tag des Einzugs wird der neue Bewohner von unserem Case Management und den Pflegekräften in Empfang genommen. Wichtige Informationen werden möglichst schnell ermittelt. Beispielsweise können Informationen über die Krankheitsgeschichte, Essgewohnheiten, Allergien, Medikamentenplan, usw.,  von Bedeutung sein.

Die Pflege ermittelt dann den Bedarf der notwendigen Unterstützung bei der Morgenpflege, erfragt die Ruhe- und Schlafgewohnheiten. Die pflegerischen Risikobereiche (zum Beispiel Sturzgefahr, Dekubitusgefährdung, Schmerz und Ernährung) werden ebenso zeitnah ermittelt. Dieses hat zum Ziel bereichsübergreifend den Bedarf festzustellen und ressourcenorientiert zu handeln.

Im Anschluss stellt sich der Begleitende und soziale Dienst vor. Die Mitarbeiterin der Ergotherapie führt den Bewohner durch die Einrichtung, zeigt die verschiedenen Mahlzeitenräume und bietet Orientierung.

Anhand der Befunderhebung werden weitere Daten ermittelt, wie zum Beispiel: Frühere Tagesstruktur, gewünschter Tagesablauf, Ziele während des Aufenthalts, relevante biografische Daten (Ängste, existenzielle Erfahrungen usw.) und die Relevanz für die Ergotherapie.

Im geriatrischen Bereich ist jeder Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen individuell. Aufgrund dessen schaut sich die Ergotherapie mehrere Bereiche an, u.A. den motorischen, psychosozialen, kognitiven und auch den lebenspraktischen Bereich an.

Die Problemerhebung aus dem Pflegebereich koppelt sich mit den Defiziten aus der ergotherapeutischen Befunderhebung. Anhand der gemeinsam erstellten Therapieplanung, wird mit dem Bewohner, an dem für ihn priorisierten Zielen gearbeitet. Anknüpfend hierzu beschäftigen sich die Betreuungskräfte und Pflegekräfte mit der gezielten Umsetzung der Tagesstruktur. Diese unterstützen bei der Knüpfung neuer sozialer Kontakte, motivieren die Senioren zur Teilnahme an den internen Gruppenaktivitäten und bieten je nach Bedarf individuelle Einzelbetreuung.

Für alle Menschen gelten die Ziele die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden so lange es geht zu erhalten. Das Team im Seniorensitz am Hegen unterstützt Sie bei der Umsetzung ihrer individuellen Wünsche!

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Bewegungsdrang bei demenziell veränderten Senioren

Im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz können eine Menge Symptome auf den Betroffenen zukommen. Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten eigene Wünsche in Worte zu fassen, Orientierungsstörungen, Rückzugstendenz oder aber auch die Hinlauftendenz…
Mittlerweile wissen wir, dass die Betroffenen nicht einfach so „weglaufen“, sondern sich mit einem bestimmten Ziel auf den Weg machen. Wo sie hinwollen ist nicht immer nachvollziehbar, aber der Demenzkranke folgt einem inneren Drang: Er meint an einem bestimmten Ort etwas erledigen zu müssen. Beispielsweise zu arbeiten, Kinder aus der Schule abzuholen usw.

Dies klingt für Außenstehende erstmal nicht  logisch.

Und trotzdem ist es wichtig den Bewegungsdrang zuzulassen, aber warum?

Der Mensch wurde mit fünf Sinnen und der Wahrnehmung ausgestattet. Augen, Nase, Ohren, Mund und der wichtigste Sinn- sich selbst

Spüren! Funktionieren die Sinne, fühlen wir uns wohl, lassen die Sinne nach, geraten wir aus dem Gleichgewicht. Lässt die Bewegung und die Körperwahrnehmung nach, löst dieses nicht selten Angst-, und Aggressionszustände aus.

Haben die Sinne an der demenzerkrankten Person  nachgelassen und das einzig Vorhandene  die Fortbewegung ist,  ist es wichtig den Betroffenen die Bewegung zu ermöglichen.

Denn dies ist der einzige Weg sich selbst zu spüren und wahrzunehmen.
„Sentio ergo sum“

(Ich spüre mich, also bin ich)

Abgeleitet von dem französischen Philosophen

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Fit im Alltag mit Gedächtnistraining

Hmm…gerade noch hatte ich den Gedanken noch im Kopf, dieser ist nun weg… Was wollte ich nochmal?“
Geht es Ihnen manchmal auch so? Fehlt Ihnen manchmal auch das passende Wort oder Sie stehen vor einem Regal im Supermarkt und wissen nicht mehr was Sie holen wollten?
Kommt es Ihnen dann vor, als ob das Gedächtnis mit Ihnen einen Streich spielen will?
In jungen Jahren scheint es uns noch nicht zu stören, doch mit dem Alter fängt man doch schon an sich darüber Gedanken zu machen.
Warum ist es also wichtig, auch im Alter geistig fit zu bleiben?

Im Alltag, auch wenn dieser in einer Seniorenresidenz ist, möchte man weiterhin Tätigkeiten des Alltagsgeschehens selbstständig bewältigen. Dazu gehört die Sprache, das Verständnis, die Artikulation, das Kurzzeit-, und Langzeitgedächtnis usw.

Kommuniziert man zu wenig, kann dies auf Dauer zu Defiziten in der Artikulation und im Sprachverständnis führen. Folge daraus ist dann, dass man sich zurückzieht, Kontakte vermeidet und die Gefahr der sozialen Isolation besteht.

Um die kognitiven Fähigkeiten langfristig zu verbessern, haben die Ergotherapeuten des Hegens beschlossen eine Gedächtnistrainingsrunde mit erhöhten Anforderungen aufzubauen.

Übungen werden gezielt an die Fähigkeiten der einzelnen Bewohner angepasst. Dabei werden die Ressourcen gefördert und noch weiter ausgebaut.

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Gesundheitsrageber: Depressionen

Die Depression ist eine psychische Störung. Eine psychische (oder seelische Störung) ist eine krankhafte Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, und des Verhaltens. Häufig glaubt man, eine Depression sei ausschließlich eine anhaltende Traurigkeit. Dies ist nicht ganz zutreffend. Eine Depression ist eine

„Störung-“, eine „Krankheit der Stimmungseinengung“.

Wie weit diese Krankheit einen Menschen beeinflusst, wie stark die Symptome sind kann sehr unterschiedlich sein, was mitunter daran liegt das jeder Mensch unterschiedlich ist.

Welche Ursachen gibt es für eine Depression? Wie so häufig in der Medizin ist eine Erklärung nicht so einfach und eindeutig. Generell kann man sagen, dass fast alle erkrankten eine Erblich bedingte „Verletzlichkeit“

aufweisen. Man geht inzwischen davon aus, dass eine Depression durch ein Zusammenspiel aus psychischen (geistigen) und psychosozialen (die Beziehungen mit den Mitmenschen) Faktoren auf der einen Seite, sowie biologischen (Genetische, also erblich bedingte) Aspekten auf der anderen Seite, ausgelöst wird.Weltweit erkranken im Laufe des Lebens ca. 16-20 % aller Erdenbürger einmal an einer Depression. Derzeit sind allein in Deutschland ca. 3,1 Millionen Menschen an einer Depression erkrankt. Frauen erkranken im Schnitt doppelt so häufig wie Männer.

Symptome einer Depression sind unter anderem: Motivationslosigkeit, das Gefühl anhaltender innerer Leere, Schlafstörungen,innere Unruhe, Gedankenkreisen und viele Weitere. Es ist weit mehr als nur eine anhaltende Trauer. Zuletzt sei eine spezielle Art der Depression erwähnt: die Altersdepression.

Statistiken besagen das ca. 13,5% der älteren Generation an einer Depression leiden. Die Anzeichen einer Altersdepression sind nicht grundlegend anders als bei Depressionen in jungen Jahren. Typisch sind neben der schlechten Stimmung unter anderem Abgeschlagenheit, Verwirrtheit, Schlafprobleme, Stimmungs-schwankungen im Tagesverlauf bis hin zu Selbstmordgedanken.

Angehörige erklären sich den sozialen Rückzug mit dem „komisch werden im Alter“. Ärzte verkennen die merkwürdige Stimmungslage als beginnende Demenz. Da die Betroffenen aber selbst meist nicht merken, dass es sich bei ihrer tristen und traurigen Stimmung um eine manifeste Depression handelt, sind vor allem die Partner, Angehörigen und Freunde aufgefordert, bei entsprechenden Anzeichen zu einem Arztbesuch zu motivieren.