Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Erhalt der Selbstständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände

Die deutsche Gesellschaft wird immer älter. Mittlerweile ist dieses auch kein Geheimnis mehr. Technische, medizinische und rehabilitative Fortschritte ermöglichen der Bevölkerung ein abwechslungsreiches und innovatives Leben auf einem hohen kognitiven Leistungsniveau zu führen.

Eine neue Studie der Humboldt Universität und des Max-Plancks-Institut besagt, dass die Deutschen nicht nur immer älter werden, sondern dass auch ihre geistige Leistungsfähigkeit im Alter länger erhalten bleibt als noch vor 20 Jahren. Der Grund dafür ist die Anpassung an die gestiegenen Anforderungen des täglichen Lebens.

Lautet das Fazit demnach – Solange man an dem täglichen interaktiven Geschehen teilnimmt, bleibt man leistungsfähig? Wie entwickelt sich die Kognition nach dem Renteneintrittsalter? Was passiert wenn der Trubel aus der Außenwelt nicht mehr der zentrale Fokus wird und es im Alltag ruhiger zugeht?

Mit der Abnahme der täglichen Reize, der täglichen Aufgaben und Herausforderungen verändert sich tatsächlich das Leistungsniveau. Das Gehirn passt sich dem Geschehen an.

Die Verknüpfung der Synapsen erfolgt weiterhin, keine Frage, jedoch erfolgt die Reizweiterleitung im entsprechend langsameren Tempo und passt sich der Situation an.

Kann man dem entgegenwirken?

Diese Frage beschäftigt auch die Bewohner im Hegen. Unsere beiden Therapeuten Melanie Schurr (Ergotherapie) und Danny Zimmermann (Physiotherapie) berichten im nachfolgernd, wie es möglich ist die Selbstständigkeit so lange es geht zu erhalten, um sich in der Umwelt adäquat anzupassen.

Der motorische Bereich umfasst die Beweglichkeit, die Kraft, das Gleichgewicht und die Wahrnehmung. Es ist physiologisch normal, dass mit dem zunehmen Alter auch die Fähigkeiten nachlassen. Das heißt jedoch nicht, dass diesem nicht entgegengewirkt werden kann. Ganz im Gegenteil. Vermeiden Sie es den ganzen Tag nur in der Wohnung / im Zimmer zu bleiben. Bleiben Sie in Bewegung. Gehen Sie spazieren. Im Hegen haben wir hierzu eine ganze Bandbreite an körperorientierten Angeboten, wie begleitende Spaziergänge, die Sitz- und Hockergymnastik, Sturzprävention und viele andere Maßnahmen, um die aktive Beweglichkeit zu fördern.

Wählen Sie ab und zu die Treppe, anstatt gleich zum Fahrstuhl zu greifen. Als kleine Herausforderung, wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt – einfach mal nicht sitzen, sondern stehen bleiben, sofern keine akute Sturzgefahr besteht. Hierbei wird ungemein das Gleichgewichtssystem geschult, in dem jeder Muskel im Körper damit beschäftigt ist, den Körper aufrecht zu halten.

Der kognitive Bereich umfasst unser Problemlöseverhalten in den Alltagssituationen. Es ist wichtig das Gehirn mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren. Die jedem bekannten Kreuzworträtsel, können problemlos gelöst werden. Das jedoch fordert unser Gehirn nicht mehr. Machen Sie neue Rätselformen, welche Sie vorher gemieden haben, fordern Sie somit ihre Leistungsfähigkeit.

Wieso nicht mit einem neuen und unbekannten Medium wie Smartphone oder Computer anfangen? Besser noch eine neue Sprache lernen und Volkshochschulkurse belegen? Viele ältere Menschen gehen mit der Zeit und belegen einen Computerkurs, das Beste was man dem Gehirn anbieten kann, ist neue Reize und somit eine neue Bildung von Verknüpfungen schaffen.

Wie sieht es mit den Zeitungsartikeln aus? Lesen Sie aktuelle Nachrichten und setzen Sie sich auch aktiv in Diskussionen mit anderen Menschen damit auseinander. Allein dadurch erhält das Gehirn neue Reize und sucht nach ungewohnten Erfahrungen.

Diese können ganz banal sein, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang mal einen ganz anderen Weg einschlagen.