Informationsabend Demenz

Informationsabend Demenz

Anhand welcher Faktoren wird die Lebensqualität gemessen? An der gewonnenen Weisheit der gesammelten Jahre? An dem entstandenem Charakter und der Fähigkeit die eigene Meinung durchzusetzen?

Lebensqualität ist eine subjektive Wahrnehmung und wird bei jedem von uns unterschiedlich definiert und interpretiert.

Lebensqualität besteht aus einer Vielzahl diverser Faktoren, die unterschiedlich priorisiert werden. Darunter fallen Begrifflichkeiten wie das Wohlbefinden, die Selbstbestimmung, die Fähigkeit zur Artikulation, die Selbstständigkeit und nicht zuletzt die Fähigkeit eine bestimmte Rolle im Leben zu spielen.

Gesunder Menschenverstand und unser Bauchgefühl leiten uns lenken uns im Laufe des Lebens. Wir sind in der Lage das Leben aufzubauen, wir sind in der Lage Gefahren einzuschätzen und diese rechtzeitig zu beseitigen, wir sind in der Lage Beziehungen aufzubauen und Gefühle zu entwickeln. Alles hat seine Richtigkeit, das Leben verläuft nach unserer Vorstellung.

Jetzt möchte ich Sie bitten liebe Leser und Leserinnen, sich vorzustellen, wie wäre es wenn sich das Blatt wendet? Ab einem gewissen Zeitpunkt gelingt es Ihnen nicht mehr ihre Wünsche in Worte zu fassen, es gelingt Ihnen nicht mehr sich zwischen richtig und falsch zu entscheiden, es wird zur Unmöglichkeit den Alltag selbstständig zu strukturieren und zu bewältigen…

Wie würde es Ihnen gehen? Wären Sie frustriert und distanziert zur Umwelt? Würden Sie sich wohl fühlen auch wenn Sie der Meinung sind keiner versteht Sie? Anschließend stellen Sie sich die Frage nach der Lebensqualität erneut und was müsste man dafür tun um diese wieder herzustellen?

Es ist leider tatsächlich so. Durch den demografischen Wandel, steigt die Anzahl stetig älter werdender Menschen. Die Medizin forscht auf dem besten und höchsten Niveau, man schätzt die Lebenserwartung von einem in diesem Jahr geborenen Kindes auf über 100 Jahre.

Die Perspektive zeigt aber auch, dass die Zahl der Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050 sich verdoppeln wird.

Jede Form der Demenz ist individuell und verläuft anders. Die Verhaltensweisen sind mit den anderen nicht zu vergleichen. Die Prognose steht fest, sie ist degenerativ und irreversibel.

Wird Zeit, offen und kritisch sich mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen, die Krankheit zu verstehen um den Betroffenen helfen zu können.

Aus diesem Grund findet nun einmal im Quartal ein Informationsabend zum Thema Demenz statt.

Das Thema der letzten Veranstaltung beinhaltete die Grundkenntnisse und die wichtigsten Symptome. Welche Verhaltensweisen kommen in welchen Stadien vor und wie gestaltet sich der Umgang mit demenziell veränderten Senioren.

Nachfolgernd finden Sie liebe Leser und Leserinnen die Übersicht der Demenzformen und ihren Verlauf.

Möchten auch Sie mehr über das Krankheitsbild erfahren, freuen wir uns Sie am 18. Mai um 17.30 Uhr im Gartenstübchen begrüßen zu dürfen

Demenzformen:
Primäre Formen 85%
Degenerativ – Atrophie der Großhirnrinde, Ablagerung von pathologischem Eiweiß
( Alzheimer, Parkinson Demenzkomplex)
Vaskulär – durch Veränderung kleiner Gefäße, Infarkte. Jede zusätzliche Veränderung führt zu Verschlechterung der intellektuellen Fähigkeiten (Mikroangiopathien)
Mischformen – treten mit zunehmendem Alter häufig auf. Vaskulär + degenerativ

Sekundäre Demenzformen 15%
treten in Folge einer anderen Erkrankung (Stoffwechselstörungen, Vitamindefizite…)
Durch rechtzeitige Behandlung der eigentlichen Erkrankung können kognitive Defizite manchmal behoben werden. In diesem Fall reversible Demenz
(z.B. chronische Herzinsuffizienz, chronische Lungenerkrankungen, Abusus von Alkohol oder Medikamenten, Depression- keine wirkliche Demenz, sondern Pseudodemenz)

Symptome:

Frühstadium
Abnahme der Merkfähigkeit, kritischen Denkens, Urteilsvermögen, Aufmerksamkeitsstörungen, Orientierungsstörungen, der Betroffene merkt, dass „etwas nicht stimmt“
Soziale Aktivitäten sind deutlich beeinträchtigt, Selbstständigkeit im täglichen Leben wird noch wahrgenommen

Mittleres Stadium
Apathie, kaum Interesse an der Umwelt, eigene Person wird vernachlässigt, Veränderung im Hunger- Durstgefühl, stark eingeschränkte Sprachbildung, der Betroffene merkt dass „definitiv etwas nicht stimmt“ und entwickelt Stereotypen „Hallo, Hallo!!“ „Hilfe, kommen Sie her“, „Ich kann nicht mehr, Hilfe“
Gefahren werden nicht mehr erkannt.

Spätstadium
Einfache Verrichtungen des täglichen Lebens sind nicht mehr möglich.
Selbstständig essen, trinken, aufstehen nicht mehr möglich
Vermehrte emotionale Labilität – Angst, Verunsicherung, Aggressionen, Tränen
Sprachproduktion stark eingeschränkt, 1-2 Wortsätze möglich