Pflegende Angehörige

Aus unserer Pflege: Demenz

Pflegende Angehörige: Überforderung kommt schneller als man denkt

Von klein auf kümmern sich unsere Eltern um uns. Sie bringen uns bei zu reden und zu laufen. Sie machen uns mit der Umwelt vertraut. Sie durchleben mit uns die Schulbesuche, die erste Liebe, die Familiengründung. Sie können nicht einschlafen, wenn die Kinder das erste Mal nachts unterwegs sind.

Für alles, was die Eltern für uns gemacht haben, sind wir unendlich dankbar. Wir versprechen uns, uns bis zum letzten Tag um sie zu kümmern und für sie zu sorgen.

Dass dies notwendig wird, bringt das Alter häufig mit sich: der nahestehende Mensch erkrankt. Verrichtungen des täglichen Lebens können nicht selbstständig durchgeführt werden wie das Führen des Haushalts, Körperpflege, Arzttermine, Überweisung der Miete… Unterstützung ist ab sofort notwendig.

Pflegende Kinder übernehmen oft selbstverständlich neben dem eigenen Vollzeitjob und der eigenen Familie nun auch die Pflege der Eltern. Dabei verändert sich nicht nur das Leben der pflegebedürftigen Person, sondern auch das Leben des betreuten Angehörigen wird auf den Kopf gestellt. Alles muss anders organisiert werden, für unabsehbare Zeit müssen viele Kompromisse eingegangen werden.

Es ist eine große Herausforderung, einen Angehörigen zu Hause zu pflegen und es ist ein Spagat zwischen dem Wunsch helfen zu wollen und der Sorge um den eigenen Lebensalltag. So selbstverständlich und erfüllend wie es sein kann, füreinander da zu sein, so schnell kann sich der Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist fließend und vollzieht sich meist unbemerkt.

Aus der emotionalen Verbundenheit und aus der Situation heraus, dass die Pflege häufig neben dem Beruf und dem eigenen Privatleben zu meistern ist, können sich vielfältige Schwierigkeiten ergeben. Tagtäglich und über einen langen Zeitraum können sowohl körperliche als auch seelische Belastungen die Überhand nehmen. Dabei werden die seelischen Anforderungen bei der Pflege eines Angehörigen häufig unterschätzt, wobei gerade diese den Pflegealltag enorm belasten.

Eine Weile geht das meistens gut, dann aber machen sich Anzeichen der Erschöpfung bemerkbar: Es können Müdigkeit, innere Unruhe, Schuldgefühle, Aggressionen, Angst und Schlafstörungen auftreten. Auch wenn pflegende Angehörige mit der Zeit selbst eine gewisse Routine und Professionalität entwickeln, bleiben die emotionalen Konflikte häufig bestehen.

Hilfe von außen anzunehmen, kann vor Überforderung schützen. Professionelle Pflege in einer Senioreneinrichtung ist eine gute Alternative. Deshalb empfiehlt es sich, den gesetzlichen Anspruch einer Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen und sich als Angehöriger einmal eine „Auszeit“ zu gönnen, damit körperliche und seelische Belastungen nicht zu einem Risiko werden.

Der Seniorensitz am Hegen in Hamburg-Rahlstedt bietet diese professionelle Hilfe an und hält auch Kurzzeitpflegeplätze vor.

„Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns auf der Erde bleibt. Doch die Zeit, die uns noch zur Verfügung steht, müssen wir mit unseren Lieben sorgenfrei genießen.“