Betreuung

Die soziale Betreuung/Beschäftigung im „Seniorensitz am Hegen“ folgt dem Grundsatz, an die Bedürfnisse, Fähigkeiten und den biographischen Hintergrund des Bewohners anzuknüpfen. Die Angebote werden den verschiedenen Ressourcen unserer Bewohner angepasst und als Einzel- oder Gruppentherapie angeboten.

Die Beschäftigungsangebote des BUSD-Teams umfassen

  • Ergotherapie
  • Gedächtnistraining
  • Musik
  • Gesprächsführung (Erzählcafé)
  • Kreatives Gestalten (Herbstbasteleien oder Schmuckbasteln)
  • Bewegungsübungen aktiv oder passiv
  • Seniorengymnastikgruppen
  • Sturzprophylaxe (Geh- und Balancetraining)
  • Vorlesen durch Betreuungskräfte und Bewohner
  • Ausflüge (z.B. Hamburger Hafen)
  • Spaziergänge außerhalb der Einrichtung
  • 10 – Minuten – Aktivierung
  • Mithilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
  • Mitgestaltung/Dekoration der Gemeinschaftsräume
  • Spielenachmittage ( Bingo; Karten; Kegeln)
  • Tiergestützte Therapie mit Claudia Dyballa
  • Wahrnehmung durch Berührung (Snoezelen, Wellness-Nachmittage)
  • Wahrnehmung im Sinnesgarten

 

Auch Jahreszeit bezogene Feste, Ausflüge und Aufführungen gehören zum festen Bestandteil der sozialen Betreuung. Hierbei kommt es auch zur Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Gemeinwesen, zum Beispiel in Form von Chorgruppen; Musikgruppen usw.

Der Aufgabenbereich des BUSD-Team ist eng mit der Pflege verknüpft. Wir versuchen, die individuellen Bedürfnisse, Möglichkeiten und Wünsche im vertrauensvollen Gespräch mit dem Bewohner, Angehörigen, dem Pflegepersonal und anderen Beteiligten zu erkunden, um die inhaltliche Gestaltung der Aktivierung und Strukturierung des Tagesablaufs nach individuellen Bedürfnissen zu planen. Dazu erheben wir gleich nach Heimeinzug – bzw. wenn möglich auch bereits im Vorfeld – in Zusammenarbeit mit dem Bewohner oder einer ihm nahestehenden Person biografische Daten, die in die Planung der Maßnahmen mit einfließen.

Der „Seniorensitz am Hegen“ widmet sich auch speziell der Betreuung dementiell veränderter Bewohner. Unterstützt werden wir in der Arbeit mit dementen Bewohner durch Betreuungskräfte nach § 87 b SGB XI.

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen ausgeweitet. Eingeführt wurde u. a., dass Pflegeeinrichtungen für Personen, die einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf im Sinne des § 45a SGB XI aufweisen, zur Betreuung und Aktivierung zusätzliche Betreuungskräfte einstellen können und dies durch leistungsgerechte Zuschläge nach § 87b SGB XI honoriert wird. Aufgabe der Betreuungskräfte ist es u.a., Betroffene in enger Kooperation mit den Pflegekräften bei alltäglichen Aktivitäten wie Spaziergängen, Gesellschaftsspielen, Lesen, Basteln usw. zu begleiten und zu unterstützen. Der „Seniorensitz am Hegen“ beschäftigt 87b-Kräfte, u.a. im Rahmen der tiergestützten Therapie. Die Mitarbeiter werden regelmäßig qualifiziert und fortgebildet.

Unter dem Begriff Demenz werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die alle mit einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und einer Persönlichkeitsveränderung einhergehen. Die häufigste Form der demenziellen Erkrankung ist die Alzheimer-Krankheit.

Demenzielle Erkrankungen äußern sich im Anfangsstadium durch Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit. Im weiteren Verlauf verschwinden zudem bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. Betroffenen verlieren zunehmend Fähigkeiten, die sie während ihres Lebens erworben haben, wie zum Beispiel Sprechen oder Rechnen.

Durch den Verlust der gedächtnisabhängigen Fähigkeiten haben Demenz-Patienten mit zunehmendem Krankheitsverlauf Orientierungsschwierigkeiten. Dies betrifft sowohl die eigene Person (wer bin ich?) als auch die Umgebung (wo bin ich?) oder das aktuelle Geschehen (was passiert gerade?).

Beeinträchtigt ist neben der Orientierung auch die Urteilsfähigkeit. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto mehr sind die Betroffenen bei ihren Alltagsaktivitäten wie etwa Waschen, Kochen oder Einkaufen auf Hilfe angewiesen.

Die Demenz-Erkrankung ist damit nicht nur eine „einfache“ Gedächtnisstörung. Die Erkrankung zieht den ganzen Menschen, seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben in Mitleidenschaft. Die Demenz wirkt sich stark auf die Persönlichkeit des Betroffenen aus: Zum Teil werden soziale Rollen vergessen. Vor der Demenz kaum wahrnehmbare Persönlichkeitsmerkmale treten spontan in den Vordergrund. Die Betroffenen zeigen starke Stimmungsschwankungen oder sind depressiv. Dadurch erschwert sich der Umgang mit den Demenz-Betroffenen für Angehörige und Pfleger erheblich. Das ist der Grund, warum mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz für diesen Personenkreis mit erheblich allgemeinem Betreuungsbedarf zusätzliche Kräfte genehmigt worden sind, wodurch die Betreuung erheblich optimiert werden konnte.