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Das Pflegestärkungsgesetz

Wie Sie sicher der Presse schon entnommenhaben, tritt ab dem 1. Januar 2015 die erste Stufe des sogenannten Pflegestärkungsgesetzes in Kraft. Mit diesem Gesetzespaketmöchte die Bundesregierung laut Aussage des Gesundheitsministeriums die Leistungen für Pflegebedürftige um insgesamt 20 Prozent steigern und zugleich flexiblere und individuellere Hilfsangebote für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ermöglichen.

Entlastung pflegender Angehöriger

Nach wie vor sind die pflegenden Angehörigen der „größte Pflegedienst“ in Deutschland, und es ist erklärtes Ziel der Politik, die ambulante Versorgung der Pflegebedürftigen zu stärken. Auch die Pflegebedürftigen möchten häufig in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung bleiben. Um dies sicherzustellen, müssen die pflegenden Angehörigen wirksam entlastet werden, und dabei können vor allem wohnortnahe, flexible Angebote in der Pflege hilfreich sein. Dies sind nicht nur ambulante Pflegedienste, sondern auch stationäre Pflegeeinrichtungen, die mit einer professionellen Pflege auch die Erhaltung und Wiederherstellung von Selbstständigkeit und Lebensqualität in den Blick nehmen.

Verhinderungspflege

Pflegende Angehörige, die Urlaub machen oder durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert sind, haben Anspruch auf Ersatzpflege. Ab 2015 besteht die Möglichkeit, diese sogenannte Verhinderungspflege auf bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr auszudehnen. Allerdings wird der in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet. Neu ist außerdem, dass Menschen mit Demenz, die noch keine Pflegestufe haben, ebenfalls Leistungen zur Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr erhalten können.

Kurzzeitpflege

Ist ein Pflegebedürftiger vorübergehend durch eine Krisensituation oder nach einem Krankenhausaufenthalt auf vollstationäre Pflege angewiesen, kann Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Ab 2015 kann diese Kurzzeitpflege auf bis zu 8 Wochen ausgedehnt werden. Auch hier wird der Leistungsbetrag für die verlängerte Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege angerechnet. Somit werden für Kurzzeit- und Verhinderungspflege nach wie vor maximal 8 Wochen ermöglicht. Wie auch bei der Verhinderungspflege können Menschen mit einem erhöhten Betreuungsbedarf, die (noch) keine Pflegestufe haben, ebenfalls Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen.

Weitere Leistungen

Neben der Kurzzeit- und Verhinderungspflege stehen teilstationäre Pflege sowie sogenannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote zur Verfügung. Ab 2015 können diese in der Häuslichkeit nicht nur für dementiell erkrankte Menschen (mit und ohne Pflegestufe) in Anspruch genommen werden, sondern stehen auch für Pflegebedürftige zur Verfügung, die keine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz haben. Voraussetzung ist also bei dieser Personengruppe allein die anerkannte Pflegestufe und nicht der zusätzliche Betreuungsbedarf. In der stationären Pflege wird der Personalschlüssel für die „zusätzlichen Betreuungskräfte“ von 1:24 auf 1:20 angehoben, d.h. für 20 Bewohner mit eingeschränkter Alltagskompetenz wird eine Vollzeitstelle finanziert. Neben einer Anhebung der Leistungsbeträge werden auch zusätzliche Mittel für sogenannte „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ zur Verfügung gestellt.

Und die Finanzierung?

Diese zusätzlichen Leistungen werden durch eine Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge um 0,3 Prozent finanziert. Wenn die 2. Stufe des Pflegestärkungsgesetzes ab 2017 in Kraft tritt, ist mit einer weiteren Erhöhung um 0,2 Prozent zu rechnen. Von dieser Erhöhung nicht betroffen sind die Heimentgelte, die im Fall einer stationären Pflege zu leisten wären!

Was passiert, wenn eine länge randauernde stationäre Pflege erforderlich ist?

Grundsätzlich gilt, dass nach einer Kurzzeit oder Verhinderungspflege der Verbleib in der stationären Pflegeeinrichtung möglich ist. Genauso aber kann der Pflegebedürftige nach einer längeren Rehabilitation wieder so guthergestellt sein, dass eine weitere häusliche Versorgung wieder realistisch ist.In unserem Seniorensitz haben wir, nicht zuletzt durch freiwillige zusätzliche ergotherapeutische Maßnahmen unserer Einrichtung, häufig Bewohner wieder in ihre Häuslichkeit entlassen können. Darüber hinaus können wir den Angehörigen so die Freiräume er möglichen, nach einer Erholungszeit wieder ganz für den Pflegebedürftigen da zu sein. Gerne sprechen wir mit Ihnen ab, wie wir Sie unterstützen können.

Lassen Sie sich gerne unverbindlich zu möglichen Angeboten beraten